5 Tipps um das Geige Spielen sofort zu verbessern (einfach)

Jeder Streicher kennt es: Statt eines singenden Tons produziert das Instrument ein Pfeifen, Quietschen oder Kratzen. Das ist frustrierend, gehört aber zum Lernprozess dazu.

Dieser Artikel richtet sich an Sie, wenn Sie die absoluten Grundlagen (Grifftechnik, Bogenhaltung) bereits beherrschen. Wenn Ihre Finger wissen, wo sie hinmüssen, aber der Klang noch nicht Ihren Vorstellungen entspricht, sind Sie hier genau richtig.

Diese 5 praxiserprobten Tipps helfen Ihnen sofort, das Kratzen zu eliminieren und einen volleren, wärmeren Ton auf Ihrer Geige oder Bratsche zu erzeugen.


1. Bewusstheit: Machen Sie jeden Ton zum "Besten Ton"

Geigenspielerin konzentriert sich auf den Klang
Konzentration ist der Schlüssel zum guten Ton.

Ein häufiger Grund für Stagnation ist das "gedankenlose" Abspielen von Noten. Oft sind wir so mit den Fingern der linken Hand beschäftigt, dass wir dem Klang der rechten Hand (Bogen) zu wenig Beachtung schenken.

Die Übung: Versuchen Sie, jeden einzelnen Ton so zu spielen, als wäre es der schönste Ton, den Sie je erzeugt haben. Wenn er kratzt, wiederholen Sie ihn. Korrigieren Sie Druck und Geschwindigkeit, bis er singt. Wenn Sie dies konsequent tun, speichert Ihr zentrales Nervensystem diese Klangqualität als "neuen Standard" ab.

2. Die Klangvorstellung: Hören, bevor Sie spielen

Zuhören und Klangvorstellung entwickeln

Sie können nur das spielen, was Sie sich innerlich auch vorstellen können. Definieren Sie Ihren Wunschklang. Mögen Sie es eher brillant und scharf oder warm und dunkel?

Der Klang wird durch unzählige Faktoren beeinflusst:

  • Vibrato: Schnell und eng oder weit und langsam?
  • Kontaktstelle: Spielen Sie nah am Steg (lauter, schärfer) oder am Griffbrett (weicher, flötiger)?
  • Bogendruck & Geschwindigkeit: Das Verhältnis dieser beiden muss stimmen.

Tipp: Suchen Sie sich Vorbilder!
Hören Sie große Meister, um Ihr Gehör zu schulen. Welcher Klang spricht Sie an?

  • Der charmante, wienerische Ton von Fritz Kreisler?
  • Die brillante Präzision von Jascha Heifetz?
  • Der mächtige, warme Sound von David Oistrach?

3. Physik verstehen: Druck am Frosch reduzieren

Korrekter Bogenwechsel am Frosch

Das berüchtigte Kratzen am Frosch (dem unteren Teil des Bogens) hat fast immer physikalische Gründe. Am Frosch lastet das natürliche Gewicht Ihres Arms schwer auf der Saite. Wenn Sie hier zusätzlich drücken, "erdrücken" Sie die Schwingung der Saite.

Die Lösung:

  1. Nutzen Sie den kleinen Finger der rechten Hand als "Gegengewicht", um das Armgewicht am Frosch auszubalancieren.
  2. Kippen Sie die Bogenstange leicht vom Körper weg (zur Schnecke hin), sodass am Frosch nicht alle Haare die Saite berühren. Dies macht den Klang weicher und den Start geschmeidiger.

4. Eleganz: Keine eckigen Bewegungen

Fritz Kreisler als Beispiel für Eleganz

Ein schöner Klang entsteht durch fließende Bewegungen. Wenn Ihr Handgelenk steif ist, hören Sie bei jedem Bogenwechsel ein "Knacken" oder eine Unterbrechung des Tons.

Stellen Sie sich vor, Ihr Handgelenk wäre ein Stoßdämpfer. Es muss flexibel bleiben, um die Richtungsänderung des Bogens abzufedern. Denken Sie daran: Der Bogen wird gezogen, nicht geschoben oder gepresst. Weder im Auf- noch im Abstrich.

5. Visualisierung: "Honig streichen"

Geigenbogen Haare

Ein Bild sagt oft mehr als tausend technische Anweisungen. Wenn Ihr Ton dünn oder oberflächlich klingt, hilft oft folgende Vorstellung:

Stellen Sie sich vor, Ihre Saiten wären mit zähem Honig bestrichen. Sie müssen den Bogen nun durch diesen Widerstand hindurchziehen.

Diese Vorstellung hilft Ihnen, "in die Saite" zu spielen (Kontakt zu halten), anstatt nur oben drüber zu rutschen. Das Ergebnis ist ein kerniger, intensiver Klang – besonders wichtig auf den tiefen Saiten (G und D).


Haben Sie das Gefühl, dass es vielleicht doch am Instrument liegt und nicht an Ihnen? Manchmal bremsen schlechte Saiten oder ein falsches Setup den Fortschritt.

Kontaktieren Sie uns gerne bei vionoble.de – wir beraten Sie zu Saiten, Bogen und Klangeinstellungen.

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