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Umsteigen von Geige auf Bratsche

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, die E-Saite gegen eine tiefe C-Saite zu tauschen? Der Umstieg von der Violine zur Viola (Bratsche) ist für viele Geiger eine spannende Möglichkeit, die eigene Musikalität zu vertiefen und auf dem Musikmarkt gefragter zu werden.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum die Bratsche oft als das „Herz des Orchesters“ bezeichnet wird und worauf Sie sich beim Wechsel einstellen müssen.


1. Warum überhaupt wechseln? Der Reiz der Tiefe


Der Unterschied ist sichtbar: Links die Geige, rechts die größere Bratsche.

Während die Geige oft die strahlende Melodie führt, ist die Bratsche für den warmen, dunklen und melancholischen Klang zuständig. Sie füllt die harmonische Mitte.

  • Der Klang: Die Bratsche klingt sonorer, erdiger und weicher als die Geige. Besonders die tiefe C-Saite erzeugt Vibrationen, die man körperlich spürt.
  • Die Rolle: Lange galt sie als „vergessenes Instrument“, doch heute wissen wir: Ohne Bratsche fehlt dem Klangkörper die Seele. In der Kammermusik ist sie oft das Bindeglied zwischen Cello und Geige.

2. Die Unterschiede: Worauf muss ich achten?

Der Wechsel fällt Geigern leicht, da die Haltung ähnlich ist. Dennoch gibt es drei wesentliche Hürden:

Die Größe und das Gewicht

Eine Bratsche ist größer (Korpuslänge meist zwischen 38 cm und 42 cm) und schwerer. Das erfordert mehr Kraft im linken Arm und eine etwas breitere Haltung der Finger, da die Abstände auf dem Griffbrett größer sind.

Die Technik der Bogenführung

Die Saiten der Bratsche sind dicker. Um sie zum Schwingen zu bringen, benötigen Sie etwas mehr Gewicht im Bogenarm und einen etwas langsameren Strich. Der Ton muss quasi „aus der Tiefe geholt“ werden.

Der Altschlüssel (Bratschenschlüssel)

Das ist für viele die größte Umstellung: Bratschennoten werden im C-Schlüssel (Altschlüssel) notiert. Als Geiger sind Sie den Violinschlüssel gewohnt. Doch keine Sorge: Das Gehirn adaptiert das neue Notenlesen meist innerhalb weniger Wochen.

3. Ein Karriere-Vorteil: Weniger Konkurrenz

Ein pragmatischer Grund für den Wechsel ist die Marktsituation. Es gibt sehr viele gute Geiger, aber vergleichsweise wenige gute Bratschisten.

  • Im Orchester: Bratschen sind heiß begehrt. Wer gut Bratsche spielt, findet oft schneller einen Platz in Orchestern oder Kammermusik-Ensembles als ein Geiger.
  • Kammermusik: Streichquartette suchen fast immer händeringend nach fähigen Bratschisten.

Wussten Sie schon? Viele berühmte Komponisten (wie Mozart, Beethoven oder Dvořák) spielten selbst lieber Bratsche als Geige, weil sie so „mitten im Klanggeschehen“ saßen.

Fazit: Probieren geht über Studieren

Wenn Sie den warmen Klang lieben und keine Angst vor dem Altschlüssel haben, ist der Wechsel zur Bratsche eine absolute Empfehlung. Sie müssen die Geige dafür nicht aufgeben – viele Musiker spielen beide Instrumente.

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